Der Junge

Dunkel schien der Mond durchs Fenster
Auf den Jungen unter Laken
Trauerweiden warfen Schatten
Viel zu schwer, sie zu ertragen
Und er sang ein Lied für sich
Eine Weise voller Trauer
Sein Leiden schien ihm ewiglich
Sein Horizont war seine Mauer
Leise schrie der Sturm zu ihm
„Was du willst wirst du nicht kriegen
Deine Zukunft ist das Gestern
Und dein Ende steht geschrieben“

„Wie habe ich das nur verdient?“
Fragt das Kind mit schwacher Stimme
„War’s mein Fehler, meine Schwäche?“
Die Antwort war nur grelle Stille
Mit nassen Augen, Glieder schwer
Wand er sich unter seiner Decke
Das Weinen hörte niemand mehr
Als wenns je wer vernommen hätte
Da lag er nun auf seinem Grabe
Die Zunge still, das Herz verhärmt
So wie mans ihm gelehret hatte
Vom Besten hatte er gelernt

Dann ging ein Ruck durch seinen Körper
Ein Blitz durchzuckt den kleinen Leib
Er wollte fliehn und endlich leben
Raus aus Einsamkeit und Leid
Er stürzt hinaus aus seinem Zimmer
Unter Jauchzen und Gewimmer
Längs des Weges unumwunden
In den Fluß und ward verschwunden

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